Unsere Gäubodentracht:
kulturelles Erbe und Spiegelbild unserer Heimat 

Unsere Gäubodentracht, auch als „Alburger Tracht“ bekannt, zählt zu den „reichsten und schönsten Trachten des Landes“.

Sie ist für uns weit mehr als nur ein festliches Gewand – sie ist das äußere Bekenntnis zu unserer niederbayerischen Heimat.

Mit ihren vielfältigen Details symbolisiert sie die Kulturlandschaft des fruchtbaren Gäubodens, mit entsprechender Bedeutung für die Landwirtschaft, früher wie auch noch heute.

Die Tracht der Männer: Ausdruck von Stolz und Bodenhaftung

Das Erscheinungsbild der Männer ist geprägt von erdigen Tönen, welche die tiefe Verbundenheit zum fruchtbaren Ackerland versinnbildlichen

Spenzer: Das markanteste Stück ist die kurze braune Wolljoppe mit eingeschnittenen Taschen. Der Schalkragen ist mit einem dunkelgrünen Band eingefasst und oft mit zwei Reihen silberner Talerknöpfe verziert.

Weste: Unter der Joppe trägt der Mann ein einfarbiges Leiberl aus Samt (oft schwarz oder rot) oder Brokat mit silbernen Talerknöpfen.

Hose: Die knielange Bundhose aus Hirsch- oder Bockleder wird von bestickten Hosenträgern gehalten.

Hut: Ein schwarzer Filzhut, der mit charakteristischen Goldschnüren und Quasten geschmückt ist.

Silberne Uhrkette: Über den Bauch verläuft eine mächtige silberne Kette mit angehängten Silbertalern. Diese sollte bei jedem Schritt klingen, damit man schon von Weitem den „reichen Gäubodenbauern“ hören konnte.

Saitenband („Schmisal“): Am Kragen des weißen Leinenhemdes wird eine samtene rote oder grüne Schleife gebunden.

„Alter Geist in neuen Bahnen ehrt den Hof und ehrt die Ahnen.

Lebt der Bauer, lebt das Land, Segen quillt aus Gottes Hand!

Wer du bist, zeigt dein Gewand!“

Die Tracht der Frauen: Ein „goldstrotzendes“ Prunkstück

Die Frauentracht ist durch eine kostbare Ausstattung an Gold- und Perlenstickereien sowie schwerem Schmuck gekennzeichnet

Der Beiderwand-Rock: Das Herzstück ist der Rock aus handgewebtem Beiderwandstoff mit seinen markanten schwarz-weißen Bahnen. Die vertikalen schwarzen Linien stellen die sauber gezogenen Furchen auf dem Acker dar. Die weißen Anteile symbolisieren das Glitzern des Morgentaus auf dem Feld.

Mieder & Leibfleck: Das schwarze Mieder ist mit Goldfäden und bunten Perlen (Blumenmotive) reich bestickt, was den erworbenen Reichtum und die Fruchtbarkeit des Bodens symbolisiert. Darunter liegt der bunte Leibfleck aus Brokat oder schwerer Seide.

Geschnürkette: Eine silberne Kette, an der bis zu 30 Silbertaler hängen können, ziert das Mieder. Das Silber versinnbildlicht das Glänzen der reifenden Ähren im Sonnenlicht.

Schürze: Die Festtagsschürze ist in einem kräftigen Taubenblau gehalten und verfügt über ein prachtvoll perlenbesticktes Schürzenband.

Hauptentuch: Ein lilienweißes Tuch mit weiß-schwarzer Ausnäharbeit und Spitze, welches als „Sonnentuch der Schnitterinnen“ gilt.

Riegelhaube („Goasenta“): Eine goldene oder silberne Haube, die traditionell signalisierte, dass eine Frau „unter die Haube gekommen“ (verheiratet) ist.

Schmuck: Um den Hals wird eine Kropfkette getragen, die aus 7 bis 16 Reihen bunter Glasperlen besteht.

Geflochtener Handkorb, innen gefüttert mit buntem Trachtenstoff. Originelle Tanzabzeichen von Volkstänzen zieren oft die Körbe.

Da die historische Tracht sehr kostspielig und schwer ist, wurde 1974 anlässlich der Fahnenweihe ein modernisiertes Vereinsdirndl eingeführt. Es wurde von Käthe Wittke entworfen und ist eine bequemere Variante, die alle wesentlichen Merkmale (wie den Beiderwand-Stil) beibehält, aber für Tanzvorführungen und die Jugend besser geeignet ist.